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Moltaqa: Dawrak – Citizens for Dialogue, Alexandria, Ägypten, 1. - 2. Dezember 2014

Ein Bericht von Sherin Gharib

Vom 1. bis 2. Dezember 2014 fand in Alexandria / Ägypten das Moltaqa ("Tagung, Treffen" auf Arabisch) des Dawrak-Citizens for Dialogue Programms statt. Die Konferenz, an der ungefähr 300 Repräsentant_innen der Zivilgesellschaft aus neun arabischen (Algerien, Ägypten, Jordanien, Libanon, Libyen, Mauretanien, Marokko, Palästina und Tunesien) sowie zwanzig europäischen Ländern teilnahmen, verfolgte insbesondere zwei Ziele: Zum einen wurden die Projekte des nun auslaufenden 3-jährigen Programmes "Dawrak-Citizens for Dialogue", das im Jahr 2012 als Antwort auf die Entwicklungen in der Euro-Med Zone etabliert worden war, präsentiert und Erfolgsstorys sowie Herausforderungen des Programmes vorgestellt. Zum anderen wurde die Vernetzung verschiedener zivilgesellschaftlicher Organisationen, ALF-Partner sowie verschiedener Stakeholder und ALF-Organe gefördert.

Die Teilnahme am Moltaqa bat mir die perfekte Möglichkeit verschiedene Projekte kennenzulernen und mich mit zahlreichen Teilnehmer_innen auszutauschen. Insbesondere durch die angebotenen Workshops zu den Themen "Arts for Change", "Intercultural Citizenship in the Classroom and Club", "Youth in Local Dialogue", "Young Arab Voices” and "Euro-Med Knowledge Exchange" wurde eine tiefgehende inhaltliche Diskussion ermöglicht. Durch meine Teilnahme am Workshop "Euro-Med Knowledge Exchange" lernte ich das Euromed-Austauschprogramm kennen, in dessen Rahmen jeweils ein/e EuropäierIn für einen Monat in einem arabisches Land lebt, und im Gegenzug ein/e AraberIn in einem europäischen Land die Zeit verbringt. Im Workshop "Young Arab Voices" fand eine Debatte von jungen TeilnehmerInnen über die Rolle von Jugendlichen in ehrenamtlichen Tätigkeiten statt.

Das Moltaqa fand in arabischer Sprache statt – Übersetzungen gab es in englischer sowie französischer Sprache , was die aktive Teilnahme ermöglichte. Auch die kulturelle Ebene fehlte nicht – so fand ein Konzert mit Tareq Al-Nasser sowie der jordanischen Rum-Gruppe im Said Darwish Opera House in Alexandria statt.

Zum Schluss wurde noch festgehalten, dass das Programm "Citizens for Dialogue" nun zwar am Ende angelangt sei, die Aktivitäten und Projekte allerdings fortgesetzt werden würden. Das auslaufende Programm soll eine neue Auflage erhalten, und die entstandenen Projekte – wie das "Capacity Building", das "Arab Voices" oder das "Social Entrepreneurship" weiter verfolgt werden. Wie dies im Genaueren gestaltet werden wird, wird im Board for Governors im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik beschlossen werden.

HoN Meeting und 10-Jahres-Feier in Neapel, 27. - 29. Oktober 2014

Zwischen 26. – 30. Oktober fand in Neapel die Anna Lindh Konferenz statt, bei der neben den Netzwerkkoordinatoren aus 42 Ländern, die Vorstandsmitglieder, der Advisory Council, sowie Parlamentarier, Beneficiaries von Anna Lindh Programmen und Aktionen zusammen kamen. Das Österreichische Netzwerk wurde durch Cengiz Günay vertreten. Es wurde das 10 Jahres Jubiläum der Gründung der Stiftung gefeiert aber gleichzeitig auch Zukunftsfragen diskutiert. Wo steht die Stiftung nach 10 Jahren? Wie soll sich die Stiftung angesichts der großen Herausforderungen positionieren? Was sollten ihre Schwerpunkte sein? Und wie kann sie auch weiterhin als Netzwerk der Netzwerke fungieren?

Wachsende Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus, Populismus, autoritäre Strömungen stellen an die Stiftung große Herausforderungen. Ebenso erschwert die Finanz und Wirtschaftskrise die Arbeit der Zivilgesellschaft. Viele Mitglieder ringen um das nackte Überleben. Die meisten TeilnehmerInnen kamen aber darin überein, dass die die Förderung des interkulturellen Dialogs heute wichtiger denn je ist und dass die gemeinsamen Werte der Anna-Lindh Idee aktiv verteidigt werden müssen. Gegenseitiger Respekt und interkultureller Dialog müssen deswegen weiterhin durch Anna Lindh Programme gefördert werden. Die Anna Lindh Stiftung (ALF) will sich in den nächsten Jahren vor allem in den Bereichen Bildung und Jugend engagieren. Erfolgreiche Programme wie das auslaufende Young Arab Voices Programm sollen auch auf europäische Mitgliedsstaaten ausgeweitet werden und die Mobilität von jungen Menschen und Vertretern der Zivilgesellschaft zwischen den Kulturen gefördert werden.

An der Konferenz in Neapel nahmen neben Romano Prodi, der als Kommissionspräsident bei der Gründung der Stiftung vor zehn Jahren eine tragende Rolle spielte, ALF Präsident André Azoulay, der auslaufende EU-Kommissar für Erweiterung und Nachbarschaftspolitik Štefan Füle teil.
        

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